local 02 - banal ground
Manchester - Berlin

11.7. - 3.8.1999

 

local 02 ist die zweite Ausstellung einer Folge von visuellen Dokumentationen und Diskussionen im Standort Berlin/Treptow im Kunst- und Medienzentrum Adlershof.

local 02 stellt zehn künstlerische Positionen aus Berlin und Manchester vor, die sich mit den sozial-räumlichen Kontexten und deren Wirkung auf die Kunstproduktion beschäftigen. Die Ausstellung beschreibt die Suche nach urbanen Identifikationen, wie sie in städtischen Umbruchsituationen vor sich gehen.

Städtebauliche Veränderungen ziehen soziale und kulturelle Neudefinitionen nach sich. Manchester befindet sich wie Berlin in einer allgegenwärtigen Umbruchsituation. Die ehemalige, Industriestadt wandelt sich zu einer postindustriellen Stadt im "Barcelona-Stil". Hunderte von Künstlern prägen ihre Identität und verpassen ihr ein neues Image.

Für Berlin gilt ein ähnliches Phänomen. Die Umbewertung der Stadt zur
Regierungs- und Weltmetropole wurde von Künstlern eingeleitet. 1998 sprach in diesem Zusammenhang die erste berlin biennale von einer Generation Berlin.

local 02 stellt Künstler aus Manchester und Berlin in einer gemeinsamen
Ausstellung vor. Audio-visuelle Rituale und Muster in verschiedenen Medien werden mit den einzelnen Handlungsfelder und konkreten Ausgangspunkten in Beziehung gesetzt und verglichen. Der Begriff "Banal Ground" liefert die Zusammenfassung und Projektionsfläche dafür.

 

 

local 02/ Teil 2
zwischen innen und außen

ist ein Ausstellungsprojekt des pro seniore Krankenheimes Genthiner Straße GmbH, das aus der Zusammenarbeit der Kunsttherapeutin Julie Sandberg mit dem Berliner Fotografen Alexander v. Reiswitz hervorgegangen ist.

Ziel dieses Ausstellungsprojektes ist es, Kunstwerke von chronischkranken Patienten zusammen mit einer Fotodokumentation ihrer Entstehungsgeschichte zu präsentieren, das Werden der Werke aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu thematisieren.

Jeder Mensch kann unter besonderen Umständen aus seinem gesellschaftlichen Umfeld ver-rückt werden und in soziale Isolation fallen. Die Ausstellung bedeutet für ihre acht Teilnehmer eine individuelle Chance, die krankheits- und institutionsbedingte Isolation zu überwinden und durch die künstlerische Auseinandersetzung einen neuen Zugang zu sich und zu anderen zu finden.

In der Kunsttherapie werden die Patienten mit ihren verdrängten kreativen oder auch destruktiven Kräften konfrontiert. Furcht, Agressivität und Depressionen aber auch Sehnsüchte , Wünsche und Träume werden spontan und unbewußt artikuliert. Verborgenes wird sichtbar, kann erkannt und festgehalten werden. So eröffnen sich neue Möglichkeietn über Kunst zu kommunizieren.

Das Kameraobjektiv steht zwischen innen und außen. Es bricht mit der Intimität der Institution, gewährt Einblicke in die Lebens- und Schaffenswelten des Patienten, die zugleich in neue Bedeutungszusammenhänge eingebunden werden.

 

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